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Neuigkeiten Januar 1999


[Neuigkeiten] [Januar 1999]


Januar 1999

Können wir uns die Kunst leisten?

2. Januar 1999
[Zum Thema 3 RÄUME - 3 FLÜSSE ]
Dr. Peter Faulstichs Artikel "Kunst - Herausforderung eingefahrener Weltsichten" hat gesessen. Da haben am 24. 12. 98 uneinsichtige Mündener Bürger die Rute des kulturpolitischen Weihnachtsmannes zu spüren bekommen, für ihre "eingefahrenen Weltsichten". Aber die Hauptkritik der Bürger an den aktuellen städtischen Kunstaktionen entspringt nicht "Sichtweisen des vorigen Jahrhunderts", wie Dr. Faulstich vermutet, sondern aus den immensen Kosten in Millionenhöhe, die von uns allen aufgebracht werden müssen.

Kommentar von Michael Pätzold, Hann. Münden

Halten wir fest: Der Vorsitzende des Kulturausschusses widmet sich ausgiebig "Vertretern pauschaler Kritik" und erwähnt die Sorgen um die Ausgaben nur nebenbei als "mitschwingende Kostenfrage". Doch nur 3 Tage vorher wird von der Stadtratsmehrheit ein 10,1 Mio. Mark Defizit für den kommenden städtischen Haushalt genehmigt!

Meine These zu diesem Ablenkungsartikel: Da haben einige Verantwortliche wohl selbst Erklärungsnöte ausgemacht und nun muss eine politisch korrekte Sinngebung für die stolzen Kunstbudgets nachgereicht werden.

Und die wenigen Äußerungen Dr. Faulstichs zu den Kosten sind auch noch mangelhaft. Er hat nur qualitative Behauptungen in Richtung Kosten/Nutzen zu bieten und lässt es mit einer Bemerkung zur "durch Kunstvorhaben erzeugten Werbewirksamkeit" bewenden. "Keine Anzeigenkampagne könnte so effektiv Imagepflege betreiben", lehrt er. Aber woraus leitet er seine Weihnachtsbotschaft ab? Hinweise auf überregionale Zeitschriftenartikel oder Rundfunk- und TV-Sendungen zum Thema "Drei Räume - drei Flüsse" könnten solche Aussagen unterstützen. Ebenso behält er die als Beleg für "wachsendes Interesse" aufgeführten Besucherzahlen für sich. Die nachvollziehbare Nennung solcher Stadtmarketing-Fakten wäre sicher hilfreich, "damit sich nicht die Kluft weiter öffnet zwischen den Zirkeln des Kunstbetriebs und dem Verständnis der Bürger."

Wenn Dr. Faulstich aus den "Kulturpolitischen Leitlinien" des Stadtrats schlussfolgert, dass die Stadt Hann. Münden diese Kluft zwischen den Machern der "manchmal auch hochgradig elitären" Kunst und den Bürgern zuschütten sollte, gelingt es mir mit Mühe, das nachzuvollziehen. Aber warum man als Schüttgut Geld nehmen muss, das noch unsere Kinder bei den angepumpten Gläubigern abzustottern haben, kann ich nicht mehr verstehen. Sind wir wegen der "Kulturpolitischen Leitlinien" wirklich zur massiven Vernichtung von Steueraufkommen verpflichtet? Kann man dem Anspruch von Vermittlung aktueller Kunst nicht anders gerecht werden? Ich richte meine Fragen und Appelle an alle Ratsmitglieder: Können und müssen wir uns diese Kunstaktionen wirklich leisten? Prüft das! Hann. Münden ist doch eigentlich schon pleite!

  • Januar 1999, Arbeitslosenquote im Dezember. Nach der Statistik des Arbeitsamtes ist die Arbeitslosenquote im Altkreis Münden im Dezember gegenüber dem Vormonat November um 0,6 Prozent auf 12,2 Prozent gestiegen. Der Wert vom Dezember des Vorjahres wurde um 0,9 Prozent unterschritten. Arbeitslos gemeldet waren 2.566 erwerbslose Personen.

    Arbeitsamt Münden, Hinter der Blume 24, 34346 Hann. Münden, Tel.: 05541/98090.
    (pä)

  • Januar 1999, Wohn- und Gewerbepark Fuldablick. Im Wohn- und Gewerbepark Fuldablick warten mehrere Hektar Südwesthanglage darunter Freiflächen, ein Hubschrauberlandeplatz und über 433 ehemalige Autoabstellplätze - penibel durchnummeriert - auf Nutzung.
    Auf jeden Fall sind rasch Bodengutachten nötig, um evtl. Schadstoffbelastung durch den ehemaligen Nutzer der Flächen, die Bundeswehr, festzustellen. Eine Aufgabe, um die man, egal was aus dem Gelände mal werden wird, nicht herumkommt.
    Um neues Baugelände zu erschließen, bereiten Stadt- verwaltung und der Rat der Stadt zur Zeit mit der Rehbocksweide rund 10 Hektar unverbrauchte Feldmark für die Bebauung vor.
    (pä)
Bild oben: Einer  von über 433 von der Bundeswehr ange- legten und penibel durchnummerierten Parkplätzen, jetzt Brachfläche.

Bild rechts: Eine Freifläche im Wohn- und Gewerbepark Fuldablick.

(Bilder: Pätzold)



  • Januar 1999, Kappelmeyer. Von Walter Kappelmeyer, einem Heimatmaler des Werratales und Schüler Heinrich Pforrs, ist eine Ölskiz- ze mit dem seltenen Blick vom Blümer Werder über Werra- brücke und   Wanfrie- der Schlagd zum Ra- banenkopf aufgetaucht (38 x 48 cm).
    Wer weiß mehr von  anderen Kappel- meyer- Bildern mit Mündener Motiven? Bitte Nachricht an spontan.
    (pä)
Ausschnitt aus der Ölskizze von Walter Kappelmeyer 1938: Blick über Werrabrücke und Wanfrieder Schlagd zum Rabanenkopf.
(Repro: spontan)
  • Januar 1999, Kochlöffel. Die Mündener Filiale der Fastfood-Kette Kochlöffel im ehemaligen Mündener Kaufhaus, Lange Straße 102, hat Ende 1998, da die Pacht ausgelaufen war, den Löffel abgegeben. Die Räume stehen derzeit leer.
    (pä)
  • Januar 1999, Weserpegel. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden hat die seit längerer Zeit abgestellte Weserpegelanzeige reparieren lassen. Nun wird gerade das Pegelhaus, dessen Anzeige von der B 80 in Höhe Weserumschlagstelle gut eingesehen werden kann, instandgesetzt. Das nebenstehende Bild zeigt den Weserpegel mit 272 cm am 9. 1. 1999, 11.06 Uhr.
    (pä)
Die Weser hat die Güteklasse II-III "kritisch belastet" gehalten. Insgesamt sei die Weser aber auf dem Weg


(Bild: Pätzold)

der Besserung. Ein Indikator sei Wiederbesiedlung der Oberweser mit wirbellosen Wassertieren. Diese wurden nach Jahrzehnten erstmals 1993/94 wieder festgestellt. Davor galt die Weser als biologisch verödet.
Die Werra ist aufgrund der stark schwankenden Salzkonzentrationen im aktuellen Bericht in die Güteklasse III "stark verschmutzt" eingestuft worden. Wirbellose Wassertiere sind in ihr nicht feststellbar.
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  • Januar 1999, Akademie für Umwelt und Technik. Das in der Kurhessenstraße beheimatete berufsbildende Institut bietet zwei neue Ausbildungszweige an: Technischer Assistent für Informatik, Pharmazeutisch-technischer Assistent.
    (pä)
  • Januar 1999, Nephrologisches Zentrum Niedersachsen. Das Nephrologisches Zentrum Niedersachsen NZN ist seit 1. September 1998 nach ISO DIN EN 9001 zertifiziert. Um die Zufriedenheit der Patienten als oberstes Ziel dauerhaft zu gewährleisten, ist ein Qualitätssicherungs-System eingeführt worden.
    Im Januar wird die für 250.000 EUR umgebaute und erneuerte Physikalische Abteilung in Betrieb genommen.
    (pä)
  • Januar 1999, Aeroquip. Das Mündener  "Wahr- zeichen" am Ortsrand für Besucher aus Richtung Göttingen (B 3), das  5-stöckige Verwaltungs- gebäude der Firma Aeroquip, wird abgerissen.
    (pä)
Aeroquip, 26. 12. 98, ... und tschüss! 14. 1. 99

(Bilder: Pätzold)

  • Januar 1999, Standesamt-Bilanz Hann. Münden 1998.
  Geburten Eheschließungen Sterbefälle
1998 407 153 417
1997 497 227 411
1996 404 227 484
1995 325 200 464
1994 314 ?  
1993 206 ?  

[Die ab 1994 angestiegenen Geburtenzahlen der letzten Jahre sind durch Entbindungstourismus aus Nachbarkommunen zur sehr beliebten Entbindungsstation im Vereinskrankenhaus beeinflusst. A.d.R]
(pä)

  • Januar 1999, Buchhandlung Beume-Huter. Die Buchhandlung Beume in der Burgstraße hat im August 1998 den Besitzer gewechselt. Das Ehepaar Huter führt nun das Geschäft. Und ab sofort erfährt man Aktuelles aus dem Laden jederzeit über das Internet: Buchhandlung Beume-Huter.
    (pä)
  • Januar 1999, Stadtmarketing. Vor zwei Jahren hatte die Stadtverwaltung einen renommierten Stadtmarketing- experten nach Mün- den gebeten. In einer langen Liste fasste er die Marketing-Fehler und -Probleme der Stadt zusammen. Ein Punkt war z. B. die Beleuchtung der Innenstadt. Dazu nebenstehend ein Bild der Langen Straße zwei Jahre nach der Expertenkritik.
    (pä)
Lange Str. am 22. 1. 1999, 20.15 h (Bild: Pätzold)
  • Januar 1999, Loge Pythagoras. Mit einem Neujahrsempfang hat die Mündener Freimaurerloge Pythagoras zu den drei Strömen ihr Jubiläumsjahr begonnen. Die Loge wird dieses Jahr 200 Jahre alt.
  • Januar 1999, Backwarenvertrieb. Die Firma Wendeln Brot Mitteldeutsche GmbH hat im Gewerbegebiet Lutterberg an der B 496 eine neue Vertriebsniederlassung eröffnet. Der neue Stützpunkt, an dem rund 70 Mitarbeiter beschäftigt sind, ersetzt die bisherigen Niederlassungen in Kassel und Göttingen.
    (pä)
  • Januar 1999, Kleiderkammer. Nach dem Verkauf des ehemaligen Gewerkschaftshauses ist die bisher dort beheimatete Kleiderkammer des Diakonischen Werkes in die Ziegelstraße 35 umgezogen. Nach wie vor ist der Bedarf an gebrauchten Babysachen, Kinderkleidung, Mänteln, Pullovern und Schuhen groß.
    (pä)
  • Januar 1999, Kindertagesstättengesetz. Der SPD Landtagsabgeordnete Senff hat auf einer Diskussionsveranstaltung seine Position zur Aufhebung des niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes verteidigt. Er werde für die Aufhebung stimmen, die eine Verringerung der Leistungen des Landes für die Kindergärten bedeutet. Senff appellierte an den fairen Umgang der Generationen miteinander, der es verbiete, den Schuldenberg weiter anwachsen zu lassen.
    [Zusatzinformation zum Senff-Appell: Auf kommunaler Ebene, als Stadtrat, ist Senff maßgeblicher Treiber der EXPO-Aktionen, für die sich Hann. Münden weiter verschuldet. A.d.R]
    (pä)
  • Januar 1999, Silvester 1999. Die Verwaltung der Stadt Hann. Münden plant zum Jahreswechsel eine große Stadtparty. Geplante Attraktionen: Feuerwerk vom Doktorwerder, Musik- und Bühnenprogramme, Großleinwand, Brückenbeleuchtungen.
    (pä)
  • Januar 1999, Hotel Packhof. Der Umbau des Packhofes an der Bremer Schlagd in ein Hotel ist nach Aussage der Betreibergesellschaft nicht gestorben. Für insgesamt 2,25 Mio. EUR soll demnächst mit dem Bau begonnen werden, da die Finanzierung nun doch gesichert werden konnte. Das Hotel soll 25 Zimmer umfassen und ein Terrassencafe mit ca. 120 Plätzen erhalten.
    (pä)
  • Januar 1999, Grotefend-Gymnasium. Am 1. Februar tritt Frau Heidrun Korsch die Nachfolge des im August  1998 in Ruhestand getretenen Schulleiters Christoph von Wedemeyer an. Die 45-jährige Studiendirektorin Korsch (Fachkombination: Deutsch, Erdkunde) war bisher am Max-Planck-Gymnasium in Göttingen tätig.
    (pä)
  • Januar 1999, Jahresbilanz Sparkasse. Kreis und Stadtsparkasse Hann. Münden
    (www.sparkasse.de)
    Jahr Bilanzsumme in 1000 DM Einlagen insgesamt in 1000 DM Spar- einlagen in 1000 DM Ausleihungen insgesamt in 1000 DM Zahl der Mit- arbeiter Zahl der Zweig- stellen
    1995 834.150 568.355 297994 646.994 181 17
    1996 908.000 587.000 430000 699.000 ? 17
    1997 990.000 604.000 ? 756.000 ? ?
    1998 1.045.000 628.000 ? 808.000 166 ?

(pä)

  • Januar 1999, Städtischer Direktor. Anfang Februar wird eine 8-köpfige Auswahlkommission drei weibliche und drei männliche Bewerber für das vakante Amt des Städtischen Direktors in Augenschein nehmen. Falls sich das Gremium einigt, wird der von ihm vorgeschlagene Bewerber vom Stadtrat am 25. Februar gewählt.
    (pä)
  • Januar 1999, CDU Münden. Die Mündener CDU unterstützt die Bundesweite CDU Unterschriften-Aktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Dazu wird allerdings kein Stand in der Stadt unterhalten, die Listen liegen in der Geschäftsstelle aus. Nach Auskunft von Geschäftsstellenpersonal nehmen nicht nur CDU-Mitglieder sondern auch viele parteilose Bürger und  selbst "SPD-Genossen" per Unterschrift an der Aktion teil.
    (pä)
  • Januar 1999, Städtische Betriebe. Ein von städtischen Ausschüssen angefordertes Gutachten zu den drei Städtischen Betrieben Stadtwald, Stadtgrün, Baubetriebshof liegt jetzt vor. Das Gutachten sollte klären, ob sich durch Zusammenlegung der drei Betriebe Spareffekte ergeben würden. In Hinsicht auf   Personaleinsatz, Gebäude-, Maschinen- und Fahrzeugparknutzung seien dem Gutachten nach keine nennenswerten Einsparungen zu erwarten. Lediglich im Leitungsbereich der Betriebe sei einer von drei Chefposten einzusparen, das ginge dann aber zu Lasten von Arbeitsmotivation und Identifikation mit dem Betrieb.
    (pä)
  • Januar 1999, EXPO 2000. Die Bauarbeiten für die EXPO (Neugestaltung der Innenstadtplätze) sind mit der Verlegung von neuen Versorgungsleitungen auf dem Kirchplatz begonnen worden. Die heiße Bauphase beginnt im März.
    (pä)
  • Januar 1999, Schüler und Eltern-Demo. Die Schulpolitik der Niedersächsischen Landesregierung findet derzeit bei den Betroffenen keine große Resonanz. In Hann. Münden führte es nach Aufruf des Stadtelternrates anlässlich der Halb- jahreszeugnisausgabe am 29. Januar 1999 sogar zu zwei Demos vor dem Rathaus. Ein Kritikpunkt ist z. B. das neue Konzept der zur sogenannten verlässlichen Grundschule.
Schüler, Eltern, Lehrer auf dem Marktplatz.

(Bilder: Pätzold)

Schüler, Eltern und Lehrer fordern keine neuen Konzepte und Schlagworte, sondern schlicht Geldmittel für mehr qualifiziertes pädagogisches Personal an den Grundschulen, für mehr Unterricht. Tatsache in Münden: Die Stundentafeln werden wegen Lehrerknappheit gekürzt, die Klassenstärken nehmen wieder zu. Mit gleichem Personalbestand wird auf diese Weise prozentual mehr Unterricht produziert.

Die Kritiker am Vorschlag der Landesregierung verweisen darauf, dass zur Realisierung der verlässlichen Grundschule, die eine Betreuung der Kinder von 8.00 -13.00 h gewährleisten soll, den Schulen nicht die dazu benötigten Geldmittel bereitgestellt würden, sondern nur etwas Geld und "Autarkie". Aus der verlässlichen Grundschule werde daher eher die vom Staat verlassene Grundschule.
(pä)

 


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